"Maranatha 2009"

Im Jahr 2000 wurde in Luttach das Maranatha, die phantasievollste Krippenwelt Europas von der Fam. Gartner eröffnet. Seither wurde das Museum immer wieder erweitert. Auch der Außenbereich, die Visionen für Volkskunst und Krippen, sowie die Bildhauerwerkstatt, wurden vollkommen um- bzw. neu gestaltet. Im Blumengarten und auf gut 1.300 m² Ausstellungsfläche sind Kunstwerke aus verschiedenen Ländern ausgestellt. In zwei großen Schaukästen vor dem Eingang zum Künstler-Atelier sind in fabelhafter Miniatur Gebrauchsgegenstände für Haus und Hof, eine Miniatur Mühle und Schnitzwerkzeug ausgestellt. Jeder Besucher wird erstaunt sein zu sehen, wie viele Werkzeuge die Bauern früher selber in mühevoller Handarbeit hergestellt haben. Daneben zeigt eine Serie grob gearbeiteter Köpfe, wie sich die Schnitzkunst entwickelt hat.

Im Bildhauer-Garten steht ein über 500 Jahre alter Zirbelstamm mit vielen Verzweigungen. Daneben wurden ein Brunnen und Figuren aufgestellt, die grob zugeschnitten oder mit Motorsägen bearbeitet wurden. Moderne, in Stein und Marmor stilisierte Formen runden die Ausstellung ab. Ein eigener Raum ist der Maskenschnitzerei gewidmet. Hier kann man die Kunst des Schnitzens vom rohen Block zur eindringlichen Maske, im Volksmund auch Larve genannt, verfolgen. Bedeutend sind jene Masken, die im einst berühmten Nikolausspiel verwendet wurden. Nach dem Rundgang im Garten und der Besichtigung der Masken empfehlen wir, das Modern-Art-Atelier, welches sich am Aufgang zur Schnitzwerkstatt befindet, anzusehen. Im Halbrund am Eingang sind kleine Krippen aus aller Welt, aber auch Krippen ausgestellt, die bei internationalen Ausstellungen prämiert wurden. Um die Sonderausstellung im Hochparterre zeitgemäß und attraktiv zu gestalten, werden Ausstellungsobjekte jedes Halbjahr ausgewechselt.

Das Künstler Atelier, in dem seit 2003 der St. Johanner Bildhauer Lukas Troi, einer der begabtesten Künstler des Tales, arbeitet, wird vielfältig genutzt: Interessierte schauen dem Künstler bei der Arbeit über die Schulter, hier werden Bilder, Reliefs und Figuren restauriert, Auftragsarbeiten entworfen und ausgeführt und es dient als Ausstellungsraum. Kreative Schnitzkurse können gebucht werden.

Das Krippenmuseum Maranatha in Luttach entstammt einer genialen Vision der Familie Gartner. Seit der Eröffnung hat man zielstrebig daran gearbeitet, das Museum nicht nur authentisch und attraktiv zu halten, sondern den Ort als eine besondere Quelle des Glaubens, der Kraft und der Hoffnung im christlichen Sinn zu erweitern. Zahlreiche neue und alte Krippen konnten zum Bestand erworben, einige wenige auch angeliehen werden. Bestehende Krippen, wie die große orientalische Holzkrippe, werden auch weiterhin von Jonas Pitscheider und Lukas Troi erweitert und ergänzt. Durch den unermüdlichen Einsatz von leidenschaftlichen Krippen- und Kulissenbauern, wie Olaf Flatscher, Paul Gartner, Eduard Untergasser und Rainer Minatti, um nur einige zu nennen, war es möglich, mehrere alte, originale Holzkrippen unterzubringen. Bereits der Empfangsraum ist eine Besonderheit: Der gesamte Raum ist der Nachbau eines Tiroler Stadels, erbaut aus dem alten Holz des abgetragenen "Holzlechnhofes" in Prettau, aus dem Jahr 1725. Am Eingang links ist die Burg Taufers als Ritterkrippe dargestellt, gestaltet von Maria Hofer, Prettau.

Im Empfangsraum, hinter der schweren Holztür, können die Besucher zur linken Seite eine Krippe des Egon Oberkofler bestaunen. Der begnadete Ahrntaler Holzschnitzer hat die Geburt des Herrn in heimische Gefilde gebettet. Daneben reihen sich eine Nordtiroler Winterkrippe und eine Südtiroler Almenkrippe. Im Empfangsraum rechts steht Reimmichl's Bergweihnacht, eine Krippe, die zur Gänze von Georg (Jörg) Lanzinger aus Sexten gefertigt wurde. Südtiroler, österreichische und deutsche Kunstmaler haben am Auf- und Ausbau der Krippen und deren Hintergrundmalerei im Maranatha mitgewirkt. Von den einheimischen Malern sei besonders Albert Abfalterer erwähnt, der mit den bis zu 10 m langen Aquarellen wahrscheinlich seine bisher größten Krippen-Hintergrundbilder gemalt hat. Sie zieren die Darstellungen des Tiroler Brauchtums im Jahreszyklus in der gotischen Stube genauso, wie die große Ahrntaler Brauchtumskrippe im Empfangsraum rechts, deren Miniaturgebäude Alfons Hofer aus Prettau in 20 jähriger, geduldiger Winterarbeit nachgebaut hat. Aus der Welt der Bauernkrippen tritt man ein in die große orientalische Königskrippe.

Im Maranatha gibt es seit dem 1. Adventsonntag 2009 eine sehenswerte Neuheit: Die Gloriole. Um weiterhin das passende Umfeld für einmalige Ausstellungsstücke zu gewährleisten, wurde neben der Königskrippe ein neuer 80 m² großer Raum eingerichtet. In der Gloriole - der neue Raum wurde wegen der Deckendekoration so benannt - sind mehrere alte, originale Holzkrippen untergebracht, allein derentwegen ein Besuch auch für jene Krippenfreunde lohnenswert ist, die das Maranatha bereits kennen. Man kann hier die Jahreskrippe des Krippenverein Steinhaus bestaunen. Eine besonders alte orientalische Krippe hat Fam. Ploner aus dem Pustertal als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Bewundern kann man in der Gloriole weiters eine sehr seltene Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge, eine Krippe aus Russland, eine, als Einzelstück hergestellte Swarovski-Krippe, eine alte Neapolitanische Krippe und Krippen großer Meister. Bedeutend wegen der Schnitzkunst, Bemalung und Größe sind die Sternsinger, die Lukas Troi nach der bekannten Vorlage aus dem Reimmichlkalender eigens für die Gloriole geschnitzt hat.

Im Verbindungsgang zwischen dem Erd- und Untergeschoss sind eine Reihe wertvoller Miniaturkrippen ausgestellt. Denen schließt sich eine Jahreskrippe an, die das Leben Jesu, von der Verkündigung bis zur Auferstehung, erzählt. Die Sizilianische Künstlerin Angela Tripi hat die Figuren geformt und bemalt.

Bemerkenswert ist die über 70 m² große begehbare Krippe mit lebensgroßen Holzfiguren unter romantischem Sternenhimmel im Untergeschoss. Der Weg führt weiter in einen Raum, der einer Kapelle ähnelt. Dort kann man bis zu 300 Jahre alte Krippen bestaunen, die aus verschiedenen europäischen Ländern stammen und in geduldiger, jahrzehntelanger Sammelleidenschaft zusammengetragen worden sind. Im Gang, der zur gotischen Stube führt, sind bekannte Südtiroler Künstler wie Heinrich Bacher, Klaus Senoner und Harald Kastlunger u. a. vertreten. Einen Ruhepol im Museum bildet der Nachbau einer gotischen Stube aus dem Jahr 1560 mit aufwendig geschnitztem Tonnengewölbe. Dort werden gezielt zeitlose kulturelle Veranstaltungen wie Adventsingen oder Volksmusikabende veranstaltet. Krippenbaukurse und Schnitzvorführungen werden auf Wunsch organisiert.

Durch das Museum bzw. die Krippenvisionen führen der Ideator und Visionär Paul Gartner unterstützt vom künstlerischen Beistand, dem Musiker, Komponisten, Texter und Museumsführer Hubert Leimegger. All jene Besucher, die aus welchem Grund auch immer, warten müssen, können in der getäfelten Zirbelstube, rechts neben dem Haupteingang, einen Film ansehen, der in die Geschichte des Museums, dessen Aufbau und die Entstehung des Schnitzens im Ahrntal einführt.

Maranatha - Europas stimmungsvollste Krippenwelt

Museum - Maranatha
I - 39030 Luttach, Weißenbach Str. 17
Ahrntal - BZ
Tel. &. Fax: 0474 671 682

www.krippenmuseum.com
E-mail: info@krippenmuseum.com